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Unser Dackel

Wie alles anfing oder mein erstes Jahr

Gestatten, mein Name ist Dreamer vom Wichtelsee. Freunde nennen mich aber einfach Dreamer.

Am 3. Januar 2011 wurde ich geboren. Das war vielleicht aufregend. Ich kann mich gar nicht mehr so genau daran erinnern, aber ich glaube, dass sich alle an diesem Tag um mich und meine 4 Geschwister gekümmert haben. Ich hatte dann die ersten Tage richtig genossen. Ich brauchte mich um nichts zu sorgen. Wenn ich Hunger oder Durst hatte, konnte ich mich satt essen und trinken. Das war meine erste Zeit: trinken, essen, schlafen – war das schön. Meine Mama hat sich den ganzen Tag um uns gekümmert. Meinen Vater habe ich nie kennen gelernt. Der hat sich wohl frühzeitig abgesetzt.

Nach ein paar Tagen habe ich dann meine Augen geöffnet. Ach was gefiel mir die Welt. Ab und zu kamen ein paar zweibeinige Riesen (habe später erfahren, dass das die „Züchter“ Ute und Jürgen waren) und haben mich auf den Arm genommen. Ich wusste nicht was die von mir wollten, aber einer legte mich auf einen komischen Apparat und schrieb danach irgendetwas in ein Büchlein. Was weiß ich nicht, aber sie waren immer ganz zufrieden und glücklich. Ich entwickelte mich anscheinend prächtig.

Kurze Zeit später fing ich dann an zu laufen. Weit konnte und wollte ich aber nicht, da wir im Wohnzimmer alles hatten, was ein glücklicher Hund sich vorstellen kann. Es war so schön, mit den Geschwistern zu spielen und zu toben und ich war danach immer sehr müde.

Zwischenzeitlich kamen ein paar Erwachsene und schauten uns immer wieder an. Sie nahmen uns auf den Arm, hätschelten und streichelten uns und kraulten uns hinter den Ohren. Schade dass die immer so schnell wieder weggingen.

Eines Tages kam so ein nettes Pärchen aus Paderborn. Da hatte ich mir gedacht, zeigt ich mich mal von meiner schönsten Seite. Alle waren so begeistert. Ich glaube, es hatte ihnen gefallen. Leider waren die auch wieder so schnell weg.

Aber irgendwann kamen die beiden wieder und gaben mir meinen heutigen Namen: Dreamer. Ich dachte mir, wenn ich einmal nicht mehr bei meinem Züchter wohnen möchte, dann will ich nach Paderborn. Wie sich später herausstellte, hat das ja geklappt.

Aber auch beim 2-ten Mal waren die beiden schnell wieder fort. Ich war schon ein bisschen traurig. Zum Glück hatte ich ja noch meine Geschwister.

Zwischenzeitlich muss mein heutiges Herrchen sehr krank geworden sein, denn es kam kein Besuch mehr aus Paderborn.

Eines Tages packten mich meine Züchter ins Auto. Mama, Geschwister und Tanten waren auch dabei. Wo es hinging hatte uns keiner verraten.

Wir waren alle sehr aufgeregt, zeigten dies aber nicht und stellten uns schlafend. Irgendwann öffnete ich mein linkes Äuglein und sah aus dem Auto heraus ein Schild: Paderborn. Es dauerte auch nicht mehr lange und wir sahen diese beiden netten Leute wieder. War das toll. Und erst der Garten. Riesengroß, mit einem Teich und einer Vogelvoliere. Wir beschlossen sofort, das Gelände erst einmal zu erkunden. Viele aufregende Gerüche und jede Menge Versteckmöglichkeiten. Es war so, wie ich es mir immer erträumt hatte. Wir hatten an diesem Tag jede Menge Spaß. Aber es ging mal wieder alles viel zu schnell vorüber. Vom vielen Spielen und Toben waren wir alle sehr müde geworden. Später luden uns die Züchter wieder ins Auto und es ging zurück nach Hause. Die beiden Paderborner durften aber nicht mit. Ich hatte in der Zwischenzeit mitbekommen, dass die beiden Willi und Steffi heißen und mit Nachname Henning. So stand es auf der Klingel. Aber Dreamer Henning möchte ich nicht genannt werden. Wenn ich nach Paderborn gehen sollte, dann möchte ich aber wie meine Züchter heißen: vom Wichtelsee, denn das gibt schließlich ja etwas her. Wie sich jedoch später herausstellte, heißen meine Züchter gar nicht vom Wichtelsee, sondern ganz normal „Schwarz“. Ich glaube ich bin bei Hochstaplern  aufgewachsen. Schwarz heißen, aber einen auf dicke Hose machen mit einem Adelstitel. Ich vermute mal, dass die beiden den Titel gekauft haben. Also wenn überhaupt bleibe ich bei meinem Namen. Dreamer vom Wichtelsee. Basta.

Es vergingen ein paar Wochen und irgendwann stand Willi wieder in meinem Wohnzimmer. Obwohl Wohnzimmer war ja nicht mehr ganz richtig. Wir hatten mittlerweile auch den ganzen Garten zur Verfügung. Alle hatten wieder sehr viel Spaß. Jürgen hatte für uns einen richtigen Parcours aufgebaut.

Und dann sollte am 19. März 2011 mein ganz großer Tag kommen. Ute und Jürgen verhielten sich schon ein wenig merkwürdig. Aber am Nachmittag luden sie mich, mein Geschwisterchen, meine Mama und Tante wieder ins Auto. Nach den ersten Kurven dachte ich mir schon, dass wir Richtung Paderborn unterwegs waren. Ich sollte Recht behalten. Es ging zu Steffi und Willi.

Die Wiedersehensfreude war riesig und wir Hunde durften mal wieder alles machen was wir wollten.

An diesem Tage reifte mein Entschluss, dass ich in Paderborn bleiben wollte. Also stellte ich mich kurze Zeit später schlafend. Ich weiß nicht mehr, ob Ute und Jürgen das gut fanden, aber dies war mir zu diesem Zeitpunkt egal. Auf jeden Fall mussten die beiden ohne mich fahren.

Ab jetzt war ich bei Willi und Steffi bestens aufgehoben. Die beiden kümmerten sich sofort sehr um mich.

Ich hatte hier meinen eigenen Napf und musste nicht mehr mit anderen teilen. Ich aß und trank nach Herzenslust, hatte aber zu diesem Zeitpunkt meinen Verdauungstrakt noch nicht so ganz unter Kontrolle. So ging doch einiges ins Wohnzimmer oder in die Küche. Steffi und Willi fanden das nicht gut, aber mit meinem Dackelblick hatte ich sie schnell wieder versöhnt.

Ich durfte mit Willi viel Auto fahren. Als erstes ging es zum Tierarzt. Der war sehr nett. Zu mindestens damals.

Kurze Zeit später fuhren wir dann zu so einem Hundeplatz. Da waren so viele Hunde in meinem Alter, das war vielleicht aufregend. Ich hatte mich als Dreamer vorgestellt, aber auch gleich klar gemacht, dass ich kein Träumer bin. Es hat ein paar Tage gedauert, aber danach hatte ich doch die meisten fest im Griff. Es gab aber immer so ein paar Widerspenstige. Na ja, man muss eben wissen, wann kämpfen sich lohnt. Es war eine herrliche Zeit. So langsam stellte sich auch mein Tagesrhythmus ein: morgens um 5:00 Uhr (da steht Willi auf) in den Garten, dann wieder schlafen. Um kurz nach 7 nochmals in den Garten (Steffi fährt dann kurze Zeit später), dann wieder schlafen bis Mittag. Wenn Steffi nach Hause kommt, dann macht sie mit mir immer einen großen Spaziergang. Zwischendurch gibt es natürlich immer etwas zu fressen. Willi kommt abends nach Hause und kümmert sich dann um mich.

Im Sommer waren wir sogar im Urlaub zum Wandern.  Da hatte ich die beiden den ganzen Tag für mich. Das war toll. Ich hatte eine große Wiese mit Kühen, einen Bach mit Enten und viele Katzen im Haus. Leider wurde Steffi krank, so dass wir den Urlaub abrechen mussten.

Im Herbst bin ich dann auch krank geworden. Hatte eine Mandelentzündung mit Fieber. War ganz schön groggy. Hatte auch eine Weile gedauert bis ich wieder gesund wurde. Hatte jede Menge Spritzen bekommen. Mir wurde auch mehrfach Blut abgenommen. Das Schlimmste daran war auch noch, dass ich nicht zum Hundeplatz durfte.

Im Oktober und November war ich auf 2 Ausstellungen. Willi war vorher mit mir extra noch zum Friseur gefahren. Als ob das notwendig gewesen wäre. Du hattest das ja im November gesehen.

Zu allem Überfluss hatte Willi mich auch noch zum Begleithundetraining angemeldet. Ich wusste gar nicht was ich da sollte. Aber alles in allem hatte es dann doch viel Spaß gemacht. Vor allem gab es hier viel Leckerchen, wenn ich mal etwas richtig gemacht hatte. Wenn ich dann allerdings satt war, war das mit dem Gehorchen so eine Sache.

Irgendwann kam dann auch noch eine Prüfung. Willi war ganz aufgeregt. Für mich war es aber ein Tag wie jeder andere. Irgendwie haben wir dann die Prüfung bestanden. Das Theater wollte ich nicht noch mal erleben.

Am nächsten Tag musste Willi noch einmal kurz ins Krankenhaus. Kam aber am anderen Tag schon wieder.

Es ging ihm nicht gut, aber ich habe ihn getröstet.

Vor kurzem kamen Willi und Steffi mit einem Tannenbaum wieder. Ich dachte schon, dass ich in der kalten Jahreszeit morgens nicht mehr in den Garten muss. Aber weit gefehlt. Die beiden hatten Kerzen und Kugeln dran gehängt. Und daneben hatten sie einen Stall aufgebaut mit kleinen Figuren. Ein Hund war da auch bei. Aber spielen durfte ich damit nicht. Die beiden redeten jetzt immer von Weihnachten.

Diese Zeit ist jetzt aber auch vorbei und ich freue mich riesig auf meinen Geburtstag. Bin mal gespannt, welche Überraschungen die beiden zu bieten haben. Leider geht es mir momentan nicht so gut, da ich schon wieder eine Mandelentzündung habe. Musste auch zum Tierarzt. Diesmal habe ich Spritzen bekommen, die ein wenig wehtaten. Seit dem finde ich den Arzt nicht mehr so nett. Gott sei Dank hat Willi heute Tabletten für mich mitbekommen. Das ist mir schon lieber als die viele Piekserei.

 

 Ps:

Ich brauche etwas Geld. Ich hatte in meinem Jahresrückblick doch ganz vergessen, dass ich hier das ein oder andere Mal doch etwas zu weit gegangen war. Ich hatte mich schon gleich zu Anfang in den großen Wohnzimmerteppich verliebt. Leider fehlt da jetzt ein Stück. Auch Steffis Lieblingssocken hatte ich mir zum Spielen geholt. Fand sie allerdings nicht gut und hat mächtig geschimpft. Und da wären noch viele anderen „Kleinigkeiten“. Aber ich denke, dass die beiden mir verzeihen werden.

 

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